Willkommen auf der Homepage der Ziehenschule

Frankfurt liest - wer hört zu?

Die Ziehenschule als Veranstalter bei „Frankfurt liest ein Buch“

SchülerInnen der Q4 lesen in der U-Bahn aus „Das 7. Kreuz“ von Anna Seghers

Blasse Sonnenstrahlen fallen durch die Fenster. Frankfurt fährt zur Arbeit.

Während die Bahn Bänker, Studenten und Ausflügler wachrüttelt und das Quietschen der Gleise die letzte Müdigkeit aus den Augen treibt, wecken wir Gedanken mit Worten. 
Längst wach, gewappnet mit sieben Kreuzen und dem Klang des alten Frankfurts in der Stimme - Für alle toten und lebenden Antifaschisten Deutschlands.
Es hallen die Sätze aus allen Ecken, Seiten werden umgeschlagen und Bücher bewegen die Herzen. 
Auf jedes schroffe Nein ein zustimmendes Lächeln. 
Auf jede abweisende Geste ein neugieriger Blick.

Heute lesen wir euch vor. 
Doch hört ihr zu?
Das Mädchen mit der Sonnenbrille.
Die Dame im Kopftuch.
Oder der Anzug mit Coffee to go? 
Jeden Tag begegnen wir jenen Umrissen. 
Welche Welten stehen hinter den Augen, in den Schatten, die der Tag mit sich bringt? 

Wir schaffen uns Plätze gegenüber von stillen Mienen und ernsten Stimmen. 
Die nicht hören und vielleicht nicht sehen wollen, was geschah. 
Gesichter, die sich hinter den Gedanken des Alltags verstecken, zu gefangen sind, um sich herauszuwagen. 
Wir schaffen uns Plätze in den Köpfen derer, die lauschen. 
So erwecken wir unsere Geschichte zum Leben, lebendiger wird sie mit jedem Zuhörer.
Während zuvor noch die Sorgen wie die Häuser dort draußen vorüberflogen, festigen sich mit unserer Stimme auch die Visionen der Menschen. 
Die Welt verändert sich ein bisschen.

Der, der nach ein paar Zeilen aussteigen musste, denkt noch jetzt an gerade diese Zeilen. 
Der, der nur flüchtig von seinem Handy aufsah, nimmt später endlich wieder ein Buch in die Hand.

Helle Sonnenstrahlen fallen durch die Fenster der Bahn. 
Frankfurt liest noch immer.

Und vielleicht konnten wir helfen, heute ein paar Schatten verschwinden zu lassen.

Siria Ertel

Bilder: Sara Allali

Pilotprojekt Sozialpraktikum

Seit dem Schuljahr 2017/18 läuft der Wahlunterricht „Sozialpraktikum“ als Pilotprojekt. Dabei leisten 16 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 einmal wöchentlich eine Zeitstunde soziale Arbeit an verschiedenen Einrichtungen.

Die Einsatzorte sind so vielfältig wie unsere SchülerInnen: vom Einsatz als VorleserInnen, Gesellschaft und Begleitung bei Spaziergängen in Alten- und Pflegeheimen, als Lesecoaches in Grundschulen, als FußballtrainerInnen oder Kreativ-AG-LeiterInnen in Kitas bis hin zu einem privaten Pflegedienst.

Einige SchülerInnen haben sich selbstständig einen Platz gesucht, andere profitierten von der Kooperation mit der Freiwilligenagentur der AWO Frankfurt, durch die weitere interessante Praktikumsplätze angeboten werden können.

Nach der Durchführung und Evaluation dieses ersten Durchgangs wird entschieden, ob das Sozialpraktikum auch weiterhin in dieser Form an der Ziehenschule angeboten wird.

Die ersten Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler klingen allerdings sehr positiv. Lesen Sie selbst:

Bericht: Lesespiele in einer Grundschule

Mein Name ist Franziska, ich bin 15 Jahre alt und gehe in die 9 Klasse der Ziehenschule. Ich besuche seit einigen Wochen die Grundschule der IGS-Eschersheim und biete dort ein Lesecoaching an. In zwei verschiedenen Gruppen lese und spiele ich mit insgesamt sieben Kindern. In den 90 Minuten fördere ich die Kinder spielerisch und versuche ihnen Spaß am Lesen zu vermitteln. Mit unterschiedlichen Bücher, bekannten und ausgedachten Lesespielen verbringe ich meine Zeit mit ihnen. Nach einigen Stunden konnte ich bereits große Fortschritte beim Lesen erkennen und viele schöne Momente mit ihnen teilen. Ich bin gespannt, was ich in der Zukunft mit den Kindern erleben werde und freue mich auf diese Zeit.

Texte: Katja Schenk, Franziska T.

Europaschulprojekt „Schweden“

Politische Themen auf Englisch in Stockholm

Es handelt sich um eine Austausch- bzw. Begegnungsfahrt nach Stockholm (Schweden). Seit 2004 arbeitet die Ziehenschule im Rahmen ihrer Tätigkeiten als Europaschule mit großem Erfolg mit verschiedenen Partnerschulen im Großraum Stockholm zusammen. In diesem Zusammenhang haben bereits zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Ziehenschule an einer Fahrt in die schwedische Hauptstadt teilgenommen. Seit 2016 ist die Partnerschule das landesweit sehr bekannte Enskilda-Gymnasium im Stockholmer Stadtteil Östermalm. Auf diese Schule schickt zum Beispiel die schwedische Königsfamilie traditionell ihren Nachwuchs (u.a. Kronprinzessin Victoria – Abitur 1996) und auch der aktuelle Chef des Modekonzerns H&M hat dort sein Abitur gemacht.

Worum geht es bei diesem Projekt?

Das Europaschulprojekt umfasst einen Email-Austausch zu verschiedenen europapolitischen Themen mit schwedischen Partnerschülern (auf Englisch), dann der viertägige Besuch in Stockholm und schließlich – sofern es die schwedische Schule ermöglichen kann- der Gegenbesuch der schwedischen Schülerinnen und Schüler in Frankfurt.

In den vier Tagen besuchen wir u. a. das königliche Schloss und das Vasa-Museum (das meistbesuchte Museum Skandinaviens), bei gutem Wetter unternehmen wir einen Ausflug in die Schären (Inseln vor Stockholm). An einem Nachmittag begleitet uns unsere Partnerschule bei einer Rallye durch die weltberühmte Altstadt von Stockholm (UNESCO-Weltkulturerbe). Ein bis zwei Tage sind für den Besuch der Partnerschule mit Einblicken in den dortigen Unterricht und eine gemeinsame Projektarbeit reserviert.

Im April 2018 waren wieder 16 Schülerinnen und Schüler mit Frau Conrad und Herrn Weidinger in Stockholm. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen zu dem diesjährigen Projekt zeigen, dass es sich lohnt, dieses Unterfangen weiterzuführen.

Text und Bild: Boris Weidinger

Ciné-club

Französisches Kino 

Hinweis: Der Termin für den Ciné-club vom 17.4.2018 fällt muss leider ausfallen. Ein neuer Termin wird hier so bald wie möglich bekannt gegeben. 

Bald findet an unserer Schule eine Französisches Kino - Vorführung statt. Der Film heißt: ,,La famille Bélier.“ Und wird dann in der Aula gezeigt. Für die, die kein Französisch verstehen... kein Problem! Es gibt deutsche Untertitel! Der Film ist spannend und schön.

Der Eintritt ist frei. Wir waren schon dabei und können euch nur empfehlen zu kommen!!

Rachel Löwenthal und Marta Scharnagl, Klasse 5e

Ziehenschule erfolgreich bei Mathematik- Olympiade

Wieder gehörte die Ziehenschule zu den erfolgreichsten Schulen Hessens bei der Mathematik-Olympiade. Nur drei Schulen aus ganz Hessen konnten mehr Schülerinnen und Schüler in die Endrunde schicken. Zur hessischen Endrunde Ende Februar waren 6 Schülerinnen und Schüler der Ziehenschule zugelassen: Sarah Badaoui, Jan Genadiev und Marlon Melk, David Zhao und Jakob Döll sowie Daniel Kopisitskiy.

Wir gratulieren allen Schülerinnen und Schülern, die teilgenommen haben! 

In der Stufe 10 wurde Daniel Kopsitskiy erneut Hessensieger und konnte sich damit erneut für die Bundesrunde qualifizieren, die er letztes Jahr gewann. Im vorletzten Jahr teilte er den 1. Platz mit einem anderen Schüler. Daniel hat schon zum 6. Mal an der Hessenrunde der Mathematik-Olympiade teilgenommen.

Text: Ilse Marx, Bild: Herr Genadiev

Betriebspraktikum in Pessac

Wie fühlt sich das Arbeitsleben in Frankreich an? Das konnten wir Ziehenschüler aus dem Leistungskurs und einigen Schülern der Französisch-Grundkurse zwei Wochen lang selbst ausprobieren - im Betriebspraktikum in Pessac bei Bordeaux. Wir alle waren natürlich vorher sehr aufgeregt. Wie komme ich in dem Praktikum zurecht? Schaffe ich das sprachlich überhaupt? Wie halte ich das aus, bis zu 6 Stunden täglich zu „arbeiten“. Oder: habe ich da überhaupt genug zu tun? Und das alles weit weg von zuhause! Jetzt können wir sagen: es war eine tolle Erfahrung. Und keiner war überfordert. Nach getaner Arbeit blieb noch genug Zeit zum Chillen mit den Austauschschülern, zum Entdecken von Pessac und Bordeaux. Und ich (Lina) hätte es mir nie träumen lassen, dass ich französischen Grundschülern einmal die Matheaufgaben korrigiere oder ihnen beim Konjugieren von Verben helfe! 

Das Leben im Beruf konnte auch hart sein. Das habe ich (Lea) auch erfahren. Im Bioladen musste ich richtig mit anpacken. Die frischen Waren annehmen, Regale einräumen. Abends weißt du wirklich, was du geschafft hast! 

Das Schönste war aber nach der Arbeit das Zusammensein mit unseren französischen Freunden. Und die gemeinsamen Ausflüge. Wir freuen uns schon, die Franzosen hier im Juni zu empfangen. Dann werden wir sehen, wie sie sich hier im Berufspraktikum schlagen.

Eine super Sache, dieses Betriebspraktikum in Frankreich. Und die turbulente Rückfahrt mit dem Zug durch den heftigen Wintereinbruch - die werden wir alle so schnell auch nicht vergessen!

Text: Lea Bernhard und Lina Ilkenhans aus dem Leistungskurs Französisch bei Mme Puybarraud; Bilder: Sandrine Puybarraud

„Ein Appell an die Menschlichkeit“

Erster Preis beim Jugendliteraturpreises 2018 für Miriam Heeßel

Als „Appell an die Menschlichkeit“ charakterisierte Sarah Reul, Mitglied der Jury des vierten Frankfurter Jugendliteraturpreises (JuLiP 2018), Buchhändlerin in Hanau und Buchbloggerin („Pinkfisch“), die Geschichten der Teilnehmerinnen der 10- bis 12-Jährigen. Sicher gilt das für „Flucht vor dem Krieg“, die kurze Erzählung, mit der Miriam Heeßel aus der 7b der Ziehenschule den ersten Preis in ihrer Altersklasse gewann.

Am 3. März war Höhe- und Wendepunkt einer mehrmonatigen Spannungskurve: Am 30. September 2017 mussten die Geschichten spätestens eingesandt werden, Ende Dezember erfuhr Miriam, dass ihre Geschichte veröffentlicht wird, im Januar wurde sie für einen Preis nominiert und am 3. März sollte bei der Abschlussveranstaltung in der Stadtbücherei die Platzierung verkündet werden.

Davor allerdings musste Miriam – wie die anderen in ihrer Altersklasse nominierten Schülerinnen – noch drei Minuten vorlesen. Trotz ihrer Aufregung trug Miriam den bewegenden Anfang ihrer Geschichte ruhig und sachlich vor: Die 14-jährige Jumana erzählt in der Ich-Form von der Trennung von ihrer Mutter und ihrer Flucht aus Syrien. Das Publikum war spürbar beeindruckt: konzentrierte Stille, während Miriam liest, begeisterter Applaus danach. Und wenig später konnte sie sich über den ersten Platz, das damit verbundene Preisgeld von 100,-€ und einen hübschen Geschenkkorb mit Büchern und Schreibutensilien freuen.

135 Schülerinnen und Schüler haben am JuLip 2018 teilgenommen.  Wie in den letzten Jahren gab es in drei Altersgruppen (10-12 Jahre, 13-15 Jahre und 16-19 Jahre) je vier Preise zu gewinnen, die von den Jurorinnen Isabella Caldart, Sarah Reul und Helga Preugschat ausgewählt wurden. 25 Geschichten wurden in dem JuLiP-Erzählband 2018 veröffentlicht. Ein ganzer Stapel dieser Erzählbände befindet sich seit Dienstag in der Schübü, so dass alle Interessierten die Geschichten dort nachlesen können.

Die Ziehenschule freut sich außerdem über den mit 350,-€ dotierten dritten Förderpreis, den sie dank der zwölf Zusendungen aus der Klasse 7b erhalten hat.

Im Bild sind Miriam Heeßel (rechts) und die weiteren Preisträgerinnen ihrer Altersklasse abgebildet. 

Weitere Infos unter https://julipfrankfurt.wordpress.com/

Text und Bild: Klaus Hirsch

Abitur 2018

Wir wünschen allen diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten bei den anstehenden Klausuren und mündlichen Prüfungen viel Erfolg, starke Nerven und gutes Gelingen! 

Beste Grüße, wir drücken die Daumen!

Text: Christiane Rogler, Schulleiterin; Bilder: Foto AG

Zum Forschen nach Berlin

Sarah Seibert und Hjalmar Brunßen (beide Q2) nahmen zusammen mit Frau Höhler am 22. und 23. Februar 2018 am größten Netzwerktreffen des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC teil. Sie erlebten zwei spannende Tage rund um MINT auf der diesjährigen MINT400 in Berlin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin. Gemeinsam mit insgesamt 50 Lehrkräften und 350 Schülerinnen und Schülern von MINT-EC-Schulen aus ganz Deutschland, nutzten die beiden die zahlreichen Formate wie einen Bildungsmarkt, wissenschaftliche Fachvorträge zu hochaktuellen Themen sowie Tagesworkshops bei über 30 wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen in und um Berlin, zum Netzwerken, Lernen und eigenem Forschen.

Sarah beschäftigte sich in ihrem Workshop „Die Physik hinter dem Nobelpreis zur DNA-Struktur“ mit der Röntgenstrukturanalyse, mit deren Hilfe entdeckt wurde, dass die DNA eine Doppelhelix ist. Nach einer (auch ohne Biologieunterricht) gut verständlichen Einführung in die biologischen Aspekte der DNA, konnten die Teilnehmer den Versuch an Hand eines Modells nachvollziehen: Durch Bestrahlen einer kleinen Metallspirale (Radius ca. 0,3 mm) mit einem Laserstrahl erhält man das gleiche Bild, wie wenn man einen Röntgenstrahl auf einen einzelnen DNA-Strang richtet.

In Hjalmars Workshop „Supraleitung und Magnetismus“ hatte er die Möglichkeit, Experimente zu beiden Thematiken durchzuführen. Unter anderem brachte er ein supraleitendes Material mit Hilfe von flüssigem Stickstoff über einem Magneten zum Schweben. Außerdem wurde der Reaktor und das Tieftemperaturlabor vorgestellt, die im selben Forschungsinstitut ansässig waren.

Weitere Veranstaltungen bei der MINT400 waren für die beiden das Programmieren mit „Snap“ in der SAP Youth Digital Night sowie Vorträge zu Mathematik in der Krebsforschung, Neurobiologie, CRISPR/CAS9 und Blockchain.

Fazit der beiden: Obwohl wir auf Grund des umfangreichen Programms leider nicht viel von Berlin selbst gesehen werden konnte, hat sich die weite Anreise gelohnt. Wir haben nette MINT-interessierte Schülerinnen und Schüler kennengelernt und Neues zu spannenden Themen erfahren. 

Text und Bilder: Ines Höhler

Die FR berichtet

Aus der Frankfurter Rundschau vom 27.02.2018. Sie können den Artikel auch online lesen (externer Link).